Chronik des VfB 06 Großauheim

Der Grundstein wurde im Jahre 1906 und zwar am 10. Januar im Gasthaus "Zum alten Löwen" (heutiges Altes Großauheimer Rathaus) von sportlich wagemutigen "Pionieren" gelegt.
Hauptantreiber war Otto Lange, unterstützt von anderen begeisterten Anhängern. Der 1. Großauheimer Fußballclub 1906 wurde aus der Taufe gehoben. Bereits am 11.2.1906 verfaßte der Schriftführer Otto Lach einen Brief an die "wohllöbliche Gemeindevertretung" und bat um die Verpachtung der Wiese gegenüber der Lindenau. Als Pacht schlug man eine mäßige Vergütung in Höhe von 3-5 Mark vor. Die Gemeinde hat sich wahrscheinlich für 5 Mark entschieden, wie aus dem Vermerk auf dem Brief zu entnehmen ist. Interessant ist dieses Schreiben auch insofern, weil es etwas über die Gründer des Fußballvereins aussagt: Es handelt sich zum großen Teil um junge Kaufleute.

Der erste Fußballclub Großauheim 1906 ist auch zusammen mit einem anderen Fußballclub fusioniert. Die Gründung von Fußballvereinen in Großauheim wurde in den folgenden Jahren zu einem Wettlauf. Es entstanden bis 1910 die "Teutonia", die "Allimania", die "Athemia", die "Victoria" und der "Hermania-Ballspielclub". Ubermittelt sind uns die ersten Statuten der "Allimania" aus dem Jahre 1906 bestehend aus 16 Paragraphen, wobei der interessanteste der Paragraph 8 ist, aus dem hervorgeht, daß als Ausstoßungsgründe folgende Vergehen gelten:

  1. Ungehorsam gegen den Vorstand
  2. Wiederholt gezeigtes unanständiges Betragen
  3. Unsittlicher Lebenswandel
  4. Weigerung des Beitrages und der Gesellschaft feindseliges oder nachteiliges Reden § 13: Während der Übungsstunde darf nichts als nur das zur Sache Gehörige gesprochen werden, auch darf nicht getrunken oder geraucht werden, ferner der Spielende durch Zurufe oder Witzworte gestört oder zum lachen gereizt werden.

Trotz der Geburt aller dieser Fußballclubs war der Fußballsport bis im Jahre 1910 mehr oder weniger auf sich gestellt und relativ wenig Interessenten kamen am Sonntag auf den Platz, um ein Spiel zu sehen. Man war eben unter sich. Diese vielen Vereine haben aber gleichzeitig bewirkt, daß ihre Lebensfähigkeit begrenzt wurde.
Im Jahre 1910 entstand deswegen ein neuer Verein und zwar die Fußballvereinigung, die praktisch ein Zusammenschluß vieler Vereine "der ersten Stunde" war. Gegründet wurde sie von dem 18jährigen Wilhelm Ahlig. Dadurch hatte aber auch der FC 06 eine starke Konkurrenz bekommen. Die Statuten der Victoria und vor allem des Großauheimer Ballspielclubs 1910 unterscheiden sich nicht grundlegend von den anderen dieser Zeit. Allerdings schienen sie damals im Vorstand die gleichen Probleme wie heute zu haben, denn im Punkt 1 der Geschäftsordnung heißt es u.a. "Strengste Verschwiegenheit wird jedem Vorstandsmitglied zur Pflicht gemacht". Diese Gründung führte aber auch dazu, daß im Jahre 1912 das erste Lokalderby stattfinden konnte. Das Spiel endete 1:0 für den FC 06. Am 5. Mai 1912 richtete der 1. Schriftführer Bruno Heuser vom 1. Großauheimer FC 1906 einen Brief an die Gemeinde mit der Bitte, den gepachteten Sportplatz an der Neuwirtshäuserstraße zu umzäunen. Diesem Wunsch wurde stattgegeben, dem anderen nach einer längeren Pachtzeit nicht. Im Jahre 1913 Aufregung bei der "Großauheimer Fußballvereinigung 1910": Der gepachtete Fußballplatz wird für eine neue Bahnanlage benötigt. Man schlägt einen neuen Platz vor. Während des Krieges war an einen geregelten Spielbetrieb natürlich nicht zu denken und im September 1916 verpachtete der 1. Fußballclub Großauheim 1906 erstmals für die Dauer eines Jahres den Spielplatz für eine Pauschalsumme von 270 Mark an die Fahrzeugbau Brüning. Im Jahre 1919 gelang dem FC 06 der Aufstieg in die höchste Spielklasse, die damalige Bezirksliga Main. Allerdings konnte man sich dort nicht lange halten und stieg schon in der nächsten Saison wieder ab, obwohl man am Ende der Vorrunde noch auf dem 2. Platz gelegen hatte. In einem Brief vom 17. Juni 1921 informiert der 1. Vorsitzende Wilhelm Ahlig die Polizeibebörde Großauheim darüber, daß der "1. Fußballclub 06" und die "Fußballvereinigung 1910" sich um 1. Mai 1921 unter dem Namen "Verein für Bewegungsspiele e.V., Großauheim" zusammengeschlossen haben. Aus diesem Grunde wurde mit Brief vom 7.7.21 für den 16. und 17. Juli 1921 eine "Gründungsfeier" verbunden mit Festkommers und leichtathletischen Wettkämpfen beantragt. Der neue Verein zählte 500 Mitglieder und war der größte Verein in Großauheim. Man bat die Gemeinde um die Stiftung eines Ehrenpreises in Form eines Gegenstandes oder Geldpreises. Mit einem Brief vom 19. Juli 1921 verzichtet der VfB auf diesen Antrag. Der neue Verein schaffte auch gleich im Jahre 1921/22 erneut den Aufstieg in die Bezirksliga. Im Sommer 1922 wurde dem Verein der Spielplatz auf dem Exerzierplatz gekündigt, um - wie das Finanzamt in einem Schreiben am 15.8.1922 festhält - ein "zeitgemäßes Einkommen" zu erzielen. Der Platz wurde öffentlich zur Verpachtung ausgeschrieben auf einen Zeitraum von 10 Jahren. Der VfB erhielt den Zuschlag und wurde dann von Bürgermeister Weber mit einem Brief vom 29.11.1922 gebeten, gemäß der erfolgten Vereinbarung einen Teil des Geländes der Gemeinde zum Selbstpachtpreis zur Verfügung zu stellen. Der Verbleib des VfB in der höchsten Spielklasse war leider wieder nicht von langer Dauer, denn bereits am Ende des Spieljahres 1923/24 mußte man wieder absteigen. Sportliche Erfolglosigkeit ist nicht leicht zu verarbeiten und wie oft führte der Abstieg zu Unstimmigkeiten im Verein und dies wiederum zu einer Spaltung des Vereins. Bis zum Jahre 1934 gab es dann in Großauheim den VfB und den Fußballclub (ehemals 06). Auf jeden Fall war damals alles genau geregelt. Um eine Versteigerung zweier Fahrräder durchzuführen, brauchte man damals die Genehmigung des Landrats und die Auflagen waren gar nicht so einfach !!! Durch die Trennung waren beide Vereine zur Mittelmäßigkeit verurteilt. Der eine, der VfB, spielte in der Kreisliga des Bezirkes Main abwechselnd in den Gruppen Süd-Main und Ost-Main, ohne allerdings anfangs Bäume auszureißen. Erst als man anfing, junge Spieler heranzuziehen und diese später in die erste Mannschaft aufrückten, stellten sich Erfolge ein. Im Jahre 1930 lud der Verein zum Gautag des Gaues Rodau (Rodgau), zu welchem man zählte, ein. So gelang es in den Jahren 1929 bis 1932 drei mal hintereinander die Meisterschaft in der Mittelmain-Kreisliga zu erringen. Aus dieser Zeit stammte z.B. eine Einladung des 1. Vorsitzenden Steigler zur Meisterschaftsfeier für das Spieljahr 1930/31. Der andere Club, der FC Großauheim hatte es zunächst sehr schwer, da er auch einen neuen Platz zum Fußballspielen brauchte. Trotz des Ackers aber, er trug zu Recht den Namen "Auheimer Sand" und war nicht einmal eingezäunt, schaffle man im Jahre 1928/29 den Aufstieg in die A-Klasse und alsbald auch den Aufstieg in die Mittelmain-Kreisliga, wo es dann erneut zum Lokalderby mit dem in dieser Zeit meisterlichen VfB kam. Es waren für die Großauheimer sportlich recht erfolgreiche Jahre, denn nicht nur die Fußballer, sondern auch andere Sportler und Sportarten machten Großauheim durch ihre Erfolge bekannt. Es kam das Jahr 1933 und die politischen Entscheidungen warfen ihre Schatten voraus. Alle Großauheimer Fußballvereine wurden in dem VfB 06 Großauheim zusammengefaßt. Im Jahre 1934, und zwar am 10. Februar, teilte der damalige Vereinsführer des VfB Willi Ahlig dem Bürgermeister Schramm mit, daß der Verein die Sportarten Fußball, Leichtathletik und Geländesport betreiben wird und das der Verein Mitglied des DFB ist. Beim genauen Betrachten der Unterschrift wird man feststellen, dass im Zuge der Zeit Herr Ahlig nicht mehr "Vorsitzender" des VfB Großauheim war, sondern "Vereinsführer". Die sportlichen Erfolge stellten sich langsam wieder ein und in der Saison 1936/37 glückte die Meisterschaft und der gleichzeitige Aufstieg in die hessische Gau-Liga, die damalige höchste Spielklasse. Es folgten erfolgreiche Spieljahre deren Höhepunkt in der Spielsaison 1939/40 erreicht wurde. Hier gelangen dem VfB 06 z.B. Siege gegen Borussia Fulda, Hanau 93, Hanau 1860, Wachenbuchen und Friedberg, so dass wir am Ende der Spielrunde Tabellenzweiter waren mit nur einem Punkt Rückstand zu Hanau 93. Zu diesem Zeitpunkt machte auch die Jugendabteilung von sich reden und die Mannschaft belegte bei der Deutschen Jugendmeisterschaft einen ehrenvollen dritten Platz. In der Folgezeit war es natürlich schwierig aufgrund der Kriegsereignisse einen richtigen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Trotzdem gelang es dem Verein, die höchste Spielklasse zu erhalten. Erst im Jahre 1944 musste leider der Spielbetrieb der aktiven Mannschaft endgültig eingestellt werden. Lediglich der Initiative weniger, begeisterter Fußballanhänger ist es zu verdanken, daß unsere Jugendlichen hin und wieder ihre Spiele austragen konnten. Das erste Spiel nach dem Krieg wurde gegen Hanau 93 ausgetragen und sogar mit 2:1 gewonnen. Es war ein beschwerlicher Wiederanfang, wobei es gelungen war, den Spielplatz von der Besatzungsmacht frei zu bekommen und gleichzeitig auch der Plan fallen gelassen wurde, ein Baseball-Feld aus unserem beliebten Fußballplatz zu machen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1945 beschlossen die Mitglieder die große Tradition des Vereins fortzusetzen und unter dem alten Namen VfB 06 Großauheim weiter zu spielen. Anfang 1946 konnte man wieder einen geregelten Verbandsspielbetrieb aufnehmen. Wir wurden der hessischen Landesliga zugeteilt und spielten mit Mannschaften zusammen wie Viktoria Aschaffenburg, VfB Offenbach, Germania 94, Borussia Fulda, Hanau 1860, Hanau 93. Für die Spielzeit 1946/47 wurde die hessische Landesliga in fünf Gruppen aufgeteilt. Wir belegten hier den 2. Platz und schafften den Aufstieg in die neue hessische Landesliga. Da Mannschaften wie Hanau 93 damals den Aufstieg nicht schafften, hielten wir 2 Jahre lang die Tradition, den Kreis Hanau in der höchsten Klasse zu repräsentieren, aufrecht. Am Ende der Saison 1947/48 mußten wir den Weg zurück in die Bezirksliga antreten. Wie immer warf der Abstieg den Verein weit zurück. Eine Reihe namhafter Spieler verließ uns und so spielten wir mit wechselhaftem Erfolg in den nächsten Jahren in der Bezirksliga. Die Saison 1953/54 war endlich einmal wieder ein erfolgreiches Jahr. Nach einem sehr guten Start gelang es uns trotz manchem leichtfertig vergebenem Sieg, mit einem Punkt vor Hanau 1860 als Meister durchs Ziel zu gehen. Bei den Aufstiegsspielen zur ersten Amateurliga belegten wir dann hinter Union Niederrad den zweiten Platz. Während sportlich nicht viel los war, konnte man an der organisatorischen Festigung des Vereines arbeiten und es wurde der Grundstock gelegt für den schon lange geplanten Ausbau des Sportplatzes. Nach schwierigen und mühevollen Verhandlungen mit der Gemeinde und den angrenzenden Grundstückseigentümern konnte schließlich das Sportplatzgelände wesentlich verbreitert werden und damit Platz geschafft werden für ein zweites Spielfeld. Im Jahre 1954 konnte man nach Beschaffung der erforderlichen Mittel mit dem Bau einer festen Umkleidekabine beginnen. Nach wie vor hoch im Kurs stand natürlich die Jugendarbeit und in diesem Jahr konnte die A-Jugend wieder einmal die Kreismeisterschaft gewinnen und der Verein setzte alles daran, um die Erziehung und Heranbildung tüchtiger und anständiger Jugendspieler zu erreichen. Trotz allen bis dahin entstandener Schwierigkeiten konnte der VfB 06 Großauheim mit einer Festwoche vom 30. Juni bis 9. Juli sein 50jähriges Bestehen feiern. Während dieser Woche fiel nun auch das wohl größte sportliche Ereignis unserer Vereinsgeschichte und zwar das Spiel gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund. Dieses Freundschaftsspiel wurde bereits Anfang 1956 abgeschlossen, d.h. zu einem Zeitpunkt als niemand damit rechnete, daß unsere Gegner die Deutsche Meisterschaft gewinnen sollten. Bei Dortmund fehlten von der Meisterelf lediglich vier Spieler und der VfB 06 GroGauheim hatte sich durch fremde Kräfte etwas verstärkt. Trotzdem klaffte zwischen beiden Clubs ein beträchtlicher spielerischer Unterschied, so daß es nach einer halben Stunde bereits 4:0 für Borussia Dortmund stand. Nach der Halbzeit schoß der Meister noch weitere 4 Tore, mußte aber gleichzeitig auch 3 Gegentore kassieren, so dass das Spiel letzten Endes mit 8:3 zu Ende ging. Dieses Spiel konnte allerdings unsere Fußballer nicht zu überragenden Leistungen für die darauf folgende Saison motivieren. Wir belegten am Ende der Saison 1956/57 einen Mittelplatz in der Bezirksliga. Die weitere sportliche Entwicklung war nicht von großen Höhepunkten gekennzeichnet und erst am Ende der Saison 1959/60 konnte der VfB 06 Großauheim erneut eine Meisterschaft feiern. Im Jahre 1964 schaffle der VfB 06 Großauheim in einem Entscheidungsspiel gegen Büdingen den Klassenerhalt. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 1966, unserem 60. Geburtstag, trat die Mannschaft erneut den bitteren Weg zurück in die A-Klasse an. Dies war der absolute Tiefpunkt. Die Mannschaft war Tabellenletzter mit 11:55 Punkten und einem Torverhältnis von 37:101. Trotz dieser etwas niedergedrückten Stimmung trugen wir aus Anlass unseres Geburtstages eine Sportwerbewoche aus, verbunden mit einem großen Volksfest auf unserem Lindenau-Gelände. Die Stadt übergab uns auch die neue Umkleidekabine. Zu einem der erfolgreichsten Jahre wurde dann 1968. Nicht nur die erste Mannschaft wurde Meister der A-Klasse Hanau, sondern auch die Reserve schaffte ihre Meisterschaft. Damit aber nicht genug. Auch die Jugendabteilung meldete herausragende Ergebnisse. So wurde die A-Jugend Kreismeister, die B-, C2-, D1- und D2-Jugend gingen als Gruppensieger durch das Ziel. Es war, wie schon gesagt, ein großartiges und erfolgreiches Jahr in unserer Vereinsgeschichte. Die verschiedenen Meisterschaften unserer Senioren-, Schüler- und Jugendmannschaften und nicht zuletzt die Ubernahme des herrlichen Stadions an der Lindenau. Wir besaßen nun eine neue Sportplatz-Anlage, die in der näheren und weiteren Umgebung nicht ihresgleichen hatte. Am 2. Juli 1968 spielten wir anlässlich der Stadion-Einweihung gegen Borussia Fulda und am Ende eines begeisternden Spiels unterlagen wir mit 1:2 Toren. Unser erste Saison in der Bezirksklasse Frankfurt-Ost endete mit einem guten Mittelplatz unserer Mannschaft. In dieser Spielklasse konnten wir uns halten bis zur Saison 1972/73. Am Ende dieses Spieljahres gelang uns der Abstieg in die A-Klasse des Kreises Hanau. Wie schon 10 Jahre davor brachte auch das Spieljahr 1975/76, dass mit unserem 70jährigen Jubiläum endete, sportlich keinen Erfolg. Um so erfolgreicher war aber das gesellschaftliche Großereignis, das die Presse mit den Worten kommentierte "Doppeltes Feuerwerk beim VfB. Jubiläum mit Max Greger auf der Bühne und dann am Abendhimmel". Im Vergleich zu früher besaß aber der VfB Großauheim eine begeisterungsfähige Mannschaft, die bereit war, im Fußball technisch und taktisch hinzuzulernen und nicht in der Versenkung zu verschwinden. Bereits in der Saison 1977/78 wurde sie Vizemeister in der A-Klasse Hanau. Aufgrund der gewonnenen Reife konnte der Verein im Spieljahr 1978/79 dann seine erste Mannschaft als Meister ihrer Klasse ehren. 11 Jahre nach der letzten Meisterschaft stieg die Mannschaft in die Bezirksliga Frankfurt-Ost auf. Auch in den folgenden Jahren nahmen wir erneut Kurs auf die Meisterschaft. Nach einer hervorragenden Vorrunde und einer schwächeren Rückrunde kam es dann zu einem großartigen Finale beim Rivalen und Mitkonkurrenten FC Langendiebach. Das Spiel wurde vor 3.000 Zuschauern mit 3:1 gewonnen und die Meisterschaft wieder nach Auheim geholt. Der Aufstieg in die Landesliga Süd war nun geschafft und es galt nun den Klassenerhalt zu erreichen. Eine größere Überraschung stellte sich ein und am Ende des Spieljahres 1980/81. Dank der besseren Tordifferenz waren wir auf Platz 1 der Tabelle der Landesliga Süd. Im Profi-Fußball wären wir erneut Meister gewesen. Hier musste aber ein Entscheidungsspiel zwischen dem VfB Großauheim und der Spvgg. Dietesheim stattfinden. Dieses Entscheidungsspiel, das in Hanau-Wilhelmsbad stattfand, im Stadion von Hanau 93, endete mit 2:1 für den Gegner. Vom 28.-31. August 1981 fanden die Feierlichkeiten zu unserem 75. Geburtstag statt. Der nicht erfolgte Aufstieg hatte natürlich auch zur Folge, dass viele Spieler die Mannschaft verließen und es begann für den VfB 06 der nicht gewollte bittere Weg nach unten. Irn Jahre 1984 stieg man wieder in die Bezirksklasse ab und nur mit Mühe und erst im zweiten Anlauf konnte der VfB einer neuen Vorstand finden. Es begannen nur schwere Jahre. Der sportliche Aufstieg hatte natürlich große Investitionen gefordert und der jetzige sportliche Abstieg hatte - wie nicht anders zu erwarten - zur Folge, dass die Hauptsponsoren sich langsam verabschiedeten und die Lage dadurch noch verschlimmerten. Im Jahre 1986 kandidierte der damalige Vorsitzende Herr Loll nicht weiter und es konnte kein neuer Vorsitzender gefunden werden, so dass Herr Loll bis auf weiteres kommissarisch die Geschäfte leitete. Erst mit einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung im März 1986 konnte die regierungslose Zeit beendet werden und der alte Vorsitzende Herr Klauer wurde reaktiviert und als neuer Vorsitzender bestätigt und rettete damit "das Leben" des VfB. Einziger Lichtblick in diesen Jahren war die Jugendabteilung des VfB, die weiterhin wie die Tradition es wollte, bemüht war, junge Männer zu guten Fußballspielern zu machen. Als der Verein auseinander zu brechen drohte, weil sich keiner fand, der bereit gewesen wäre, die Arbeit von Herrn Klauer fortzusetzen, meldeten sich im Jahre 1987 eben aus dieser Abteilung die Herren, die sich dann bereit erklärten, das stark versandete Schiff des VfB 06 wieder in sichere Gewässer zu führen. Der neue Vorstand übernahm einen Verein mit einem sehr hohen Schuldenberg und einem ebenso schlechten Ruf . Dank harter und guter Arbeit gelang es, die finanzielle Situation zu verbessern. Sportlich trat man aber nach wie vor auf der Stelle. Obwohl wir es in diesem Bericht vermieden haben, Namen zu nennen, muss man aber in Zusammenhang mit der finanziellen Sanierung des VfB mit Sicherheit die Namen der Sportkameraden Horst Schneider, Ernst Otto Kleist und Peter Bothe erwähnen. Ohne ihren Einsatz könnte der VfB 06 Großauheim heute wahrscheinlich nicht seinen 90. Geburtstag feiern. Sportlich mußte der VfB in der Saison 1992/93 erneut einen Abstieg hinnehmen, wobei man jedoch gleich in der Saison danach den Wiederaufstieg schaffle. Man war in der Saison 1993/94 genauso erfolgreich wie damals in der Saison 1967/68, denn der VfB wurde auch in diesem Jahr Meister mit der ersten Mannschaft, mit der Reserve und mit den Junioren. Es bestätigte sich hiermit die Entscheidung des Vorstandes, die Jugendarbeit zu intensivieren. Gegen erheblichen Widerstand hatte man eine Juniorenmannschaft eingeführt und mit großem Erfolg betrieben. Sie wurde zweimal Meister ihrer Staffel und erreichte zweimal das Endspiel um die hessische Juniorenmeisterschaft. Einmal wurde sie Pokalsieger. Die jetzige 1. Mannschaft besteht fast ausschließlich aus Spielern, die den Junioren entsprangen, d.h. aus Spielern, die das Fußballspielen beim VfB Großauheim gelernt haben. Dies dürfte im Kreis ein ziemlich einmaliger Vorgang sein. Für den VfB 06 Großauheim allerdings nichts neues, denn bereits einmal hatte man dank seiner Jugend größere Erfolge erreicht. Das Durchschnittsalter der jetzigen ersten Mannschaft ist sehr niedrig und mit dem Alter wird die Erfahrung hinzukommen und gleichzeitig auch eine größere Spielstärke und Beständigkeit. Sollte es uns gelingen, diese Mannschaft zusammenzuhalten und gezielt zu verstärken könnte der VfB in den nächsten Jahren zu früheren Erfolgen zurückfinden. Sicher ist es aber, daß die Jugendarbeit beim VfB 06 Großauheim unter dem jetzigen Vorstand nach wie vor groß geschrieben wird und dies beweist die Stärke unserer Jugendmannschaften im Jubiläumsjahr. Nur durch Bildung des eigenen Nachwuchses kann ein Verein unserer Größe die Zukunft erfolgreich meistern. Hier endet die Chronik bis zum Jahre 1996. Wir haben bewusst darauf verzichtet, Mannschaften, erfolgreiche Spieler, tatkräftige Helfer, Sponsoren, u.s.w. namentlich zu erwähnen. Zum großen Teil haben sie uns leider verlassen, zum anderen sind sie uns nach wie vor treu ergeben. Sie werden aber immer in unseren Gedanken bleiben und ihre Namen können in den vorangegangenen Chroniken zu unserem 50., 70. und 75. Geburtstag nachgelesen werden. Sie haben sich für den VfB verdient gemacht und ohne ihre zum Teil aufopferungsvolle Arbeit könnten wir heute nicht hier stehen und unseren 90. Geburtstag feiern. Die Zeit wird immer schwieriger und nur durch Zusammenhalt und Bereitschaft zu opfern werden wir in der Lage sein, auch die nächsten 10 Jahre zu überstehen und dann unseren 1OOjährigen feiern. Spannend für alle wird dann die Zusammenfassung der nächsten Dekade sein. Wir sind alle unheimlich gespannt. Was werden uns diese neuen 10 Jahre bringen?